Gebietsreform in Brandenburg zum Glück abgesagt

Wie heute aus der Zeitung zu erfahren war, wurde die geplante Gebietsreform in Brandenburg zu den Akten gelegt. Zum Glück, kann man da nur sagen, denn wenn man sich die aktuelle Struktur der Landkreise und kreisfreien Städte dort anschaut, dann gibt es daran aus systematischer Sicht überhaupt nichts auszusetzen.

Der größte Landkreis Potsdam-Mittelmark hat 210.000 Einwohner. Das ist schön weit entfernt von den möglichen Grenzwerten zur Einheit „Land“, von 18 hoch 4,5 = 445.375 bis hin zu 21 hoch 4,5 = 891.224. Also zweifellos nicht zu groß.

Aber auch die kleinste kreisfreie Stadt, Frankfurt an der Oder, hat 58.000 Einwohner und liegt damit ebenfalls ausreichend weit entfernt von den möglichen Grenzwerten zur nächstkleineren Einheit „Gemeinde“: 18 hoch 3,5 = 24.743 bis 21 hoch 3,5 = 42.439.

Kein Grund also, daran irgendetwas zu verändern. Gut, die Landesregierung wollte Kosten einsparen. Das hört sich ja zunächst einmal vernünftig an. Aber die Volksinitiative dagegen hat vollkommen recht, sich dem engagiert zu widersetzen, denn mit einer unnötigen Reduzierung der Anzahl der Kreise und kreisfreien Städte wären für viele Bürger deutlich weitere Wege zum Landratsamt verbunden gewesen. Und auch für die demokratische Teilhabe ist es nicht gut, wenn die Einheiten zu groß werden. Die Landesregierung wollte nach der Reform die hochverschuldeten Kommunen finanziell entlasten. Warum das nicht mit den bestehenden Einheiten genausogut gehen soll, will sich mir nicht erschließen.

Autor: Philipp Kolb

Magister Artium Amerikanistik und Politik an der Ludwig-Maximilians-Universität München 1991 Master of Science Geoinformatik Paris Lodron Universität Salzburg 2012 1998-2004 Selbständig als Berater, Projektmanager, Autor und Entwickler 2004-2010 Projektmanager bei der Gölz & Schwarz GmbH München Seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft, Abt. Informationsmanagement

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